03.07.06
„Es waltet eine besondere Vorsehung über den Fall eines Sperlings…“
„Es waltet eine besondere Vorsehung über den Fall eines Sperlings…“
(Hamlet, Akt 5, Szene 2)
Beim Durchstöbern der unzähligen Blogs auf der StarWars.com Seite stolperte ich über eines, mit dem Titel The Bard and the Flanneled One. Da ich selber eine Shakespeare Anhängerin bin, konnte ich nicht anders, als den kompletten Eintrag zu lesen. Er war zwar recht lang aber auch sehr beeindruckend.
In einem Satz über Lukes Entscheidung auf Bespin, sich fallen zu lassen, um Vader zu entgehen, lag für mich die Inspiration einen eigenen Eintrag dazu zu verfassen:
»Wir können sehen, wie verzweifelt er versuchte, der Dunkelheit zu entkommen -- er war willens in den Schacht zu springen -- und wir können sehen, wie nah er daran war, selber zu fallen.“
(Ich habe versucht, dieses Zitat sinngemäß korrekt zu übersetzen.)
Luke ist in diesem Moment tatsächlich kurz davor, sich irgendetwas zu ergeben. Aber ich war nie ganz sicher, ob es wirklich die dunkle Seite ist.
In dem Moment, in dem Vader seinen berühmten Satz „Ich bin dein Vater“ ausspricht, muß für Luke eine Welt zusammenbrechen. Es ist für Vader ein Augenblick des Triumphs. Er ist absolut sicher, daß sein Sohn sich ihm ergeben und zukünftig an seiner Seite stehen wird.
Und dann kommt die Sekunde, in der Luke seine Entscheidung trifft, oder nicht?
Luke steht am Rand des sprichwörtlichen Abgrundes, bereit zu springen. Aber will er sich wirklich wissentlich in den Tod stürzen? Ich denke nicht.
Ich habe versucht, mich daran zu erinnern, was ich in diesem Moment gefühlt habe, vor über 18 Jahren, als ich den Film zum ersten Mal sah. Es war schwierig, aber so in etwa habe ich es hinbekommen. Es ging in die Richtung »Nein, er will nicht sterben, er versucht zu entkommen.«
Denn ich glaube, daß er nicht einfach so sterben konnte, ohne tatsächlich die Wahrheit zu ergründen. Vader ist sein Vater? Ben und Yoda haben ihn angelogen? Es wäre zu einfach, das sofort zu akzeptieren. Er wußte in dieser Sekunde, daß er entkommen mußte, um die Wahrheit und vielleicht seinen Vater zurück ans Licht zu bringen .
Natürlich war das zu einem großen Teil Wunschdenken meinerseits, denn schließlich wollte ich selber genauso sehr die Wahrheit wissen. Der Zuschauer ist von Vaders Enthüllung nicht weniger geschockt, als Luke!
Luke hat das Leben dem Tod vorgezogen, er wollte sich selbst in diesem Augenblick der absoluten Verzweiflung nicht einfach so aufgeben. Er konnte natürlich nicht sicher sein, daß er diesen Fall überleben würde, aber er konnte hoffen. Und diese Hoffnung ist es, die ihn „über den Abgrund treten“ lässt, anstelle der Dunkelheit anheimzufallen.
Es war eine ziemlich harte Entscheidung, die er da in Sekundenbruchteilen treffen mußte und das machte diese Szene mit Luke für mich immer zu einer der stärksten in allen drei Filmen. Man kann im ersten Moment gar nicht abschätzen, welche Entscheidung er denn nun getroffen hat. Ich kenne einige Leute, die der Meinung sind, daß Luke in diesem Moment tatsächlich sterben wollte, um Vader zu entkommen. Aber das hätte so einfach nicht funktioniert. Den Tod in dieser Situation zu wählen, hätte Luke nicht vor der Dunkelheit gerettet, es wäre der Schritt auf die Dunkle Seite gewesen.
(Mein Original-Eintrag ist hier zu lesen: "There is special providence in the fall of a sparrow"
Verfasst von Shadowdaughter um 03.07.06 05:04 |
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